Am Ende des Corso Vittorio Emanuele, der größten Straße des neuen Stadtzentrums, erhebt sich am Ort der vorherigen, auf das Jahr 1965 zurückgehenden Kirche nun die Wallfahrtskirche der Heiligen SS. Cosma und Damiano, die im Laufe des 18. Jahrhunderts von Antonio Curri mit eleganten Renaissance-Formen errichtet wurde. Der Komplex, der mit der Symmetrie seiner architektonischen Struktur von der Renaissance geprägt ist, erinnert an die stilistischen Formen der naheliegenden Trulli-Bauten und geht auf das Jahr 1609 zurück. Am gleichen Ort stand zuvor eine ländliche Kirche, die der Madonna delle Grazie gewidmet war. Aber erst 1635 erhielt sie für den Hauptaltar das Gemälde der Madonna di Loreto, an deren Seiten die Heiligen SS. Cosma und Damiano zu sehen sind, und erst ab dem Jahre 1636 wurden festliche Gottesdienste abgehalten.
Aus Anlass der Errichtung der königlichen Gemeinde wurden 1797 auch ein Taufbecken aufgestellt und ein Pfarramt eingerichtet. Nach sorgfältiger Suche in der Hauptstadt erwarb man 1803 die Reliquien: einen Arm des Heiligen Cosmo und den Schädel des Heiligen Damiano. 1814 wurde der Pfarrbezirk eingerichtet und 1820 der Kirche zwei Glocken geschenkt.
Informationen zur Geschichte:
Die erste den Santi Medici geweihte Kirche stammt aus dem Jahre 1609, für das es in Alberobello die frühesten Nachweise für die Verehrung der beiden Heiligen gibt. Die Grafen Acquaviva von Conversano, die damaligen Feudalherren, trugen die Religion in diesen Landstrich, indem sie ein Gemälde der Madonna von Loreto und den beiden Santi Medici hierherbrachten.
Die Kirche wurde bis 1725 mehrfach erweitert. Die wesentliche Erweiterung erfolgte jedoch 1795 mit der Errichtung der 4 Pfeiler des Gewölbekreuzes und der Altäre mit dem Chor. Seitlich am Gebäude entstanden der unvollendet gebliebene Hof und eine den Namen des ersten farbigen Küsters „Moro“ (Mohr) tragende Sakristei.
Besonders sehenswert:
Sehr kostbar ist die Darstellung des Jesus am Kreuz zwischen Mutter, San Giovanni, SS. Pietro und Paolo, Cosma und Damiano von Rollo in der Lünette des Bogenganges. Von besonderem Interesse sind die Fresken der Apsis mit der Darstellung des Martyriums der Heiligen und dem Aufstieg ins Paradies des lokalen Malers Francesco De Biase.
Hauptwerke:
Bemerkenswert ist sicherlich das letzte Werk von Domenico Carella aus dem Jahre 1807, das sich hier in der Sakristei befindet und die Kreuzabnahme darstellt. Die Statue des San Cosmo stammt aus dem Jahre 1782, die des San Damiano aus dem Jahre 1784.
Gedenktage:
Seit mehr als zwei Jahrhunderten erneuert sich die starke Verehrung der Santi Medici mit den prachtvollen Feiern, die am 27. und 28. September stattfinden.
Stil:
Der charakterisierende Stil des Gebäudekomplexes ist der Neoklassizismus, mit einer Fassade von 1885 mit Elementen wie Lisenen und korinthischen Säulen sowie 17 Treppenstufen, über die man in den Pronaos gelangt. Das Bronzeportal von Adolfo Rollo zeigt Szenen aus dem Evangelium mit der Darstellung der Seligpreisungen. 1887 erfolgte der Einbau der Uhr in den Glockenturm und erst 1906 wurden die Kapellen Heiligkreuz, San Giuseppe und Sacro Cuore vollendet. Im Jahre 1938 wurde die Wallfahrtskirche zur Pfarrgemeinde erhoben. Auf das Jahr 1958 gehen die Befestigung und die interne Restaurierung im Renaissance-Stil zurück.
Quellen: Herausgegeben von der Redaktion Aktualisiert am: 30/06/2010
Projekt verwirklicht in Zusammenarbeit mit InnovaPuglia.