Das alte Töpferhandwerk ist in Apulien auch dank der reichhaltigen Tongruben mit roter Tonerde selbst heute noch ein blühendes Handwerk. Das wichtigste Zentrum der Keramikherstellung ist Grottaglie in der Provinz Tarent. Im Herzen dieser malerischen Kleinstadt hat sich hinter der mittelalterlichen Burg im Lauf der Jahrhunderte ein ganzes Viertel von Töpfern herausgebildet, die ihre Werkstätten und Brennöfen direkt aus den Felsen gehauen haben und hier ihrem Handwerk nachgehen, getreu den bewährten handwerklichen Methoden. Besonders zwei wichtige Produkte sind typisch für die Keramiktradition von Grottaglie, die "Bianchi di Grottaglie", die kunsthandwerkliche Produktion weißer Keramik, die durch die Verwendung einer weißen, für eine bestimmte Art der Spitzenproduktion charakteristischen Zinnglasur ohne jegliche Dekoration die Reinheit der Form betont, und die rustikale und volkstümliche Keramik, die sich durch ihre Farbpalette aus schmutzig Grün, Ockergelb, Blau und Mangan auszeichnet. Dazu gehören die berühmten "Capasoni" (der Name leitet sich von capace, dem italienischen Wort für geräumig, mit großem Fassungsvermögen ab), sehr große Tonkrüge, die in separaten Teilen geformt und anschließend zusammengefügt werden. In ihnen wird vor allem Wein aufbewahrt. Bis heute ist Grottaglie mit seinen zahlreichen Töpferwerkstätten die einzige Töpferstadt Apuliens, die die kontrollierte Ursprungsbezeichnung DOC trägt. Dazu steht sie auf der handverlesenen Liste der 28 Keramikstädte Italiens. Zu den interessantesten Veranstaltungen rund um dieses handwerkliche Erzeugnis gehören die Keramikausstellung im August, die Krippenausstellung im Dezember und die renommierte Dauerausstellung im Keramikmuseum in den Sälen der Burg "Castello Episcopio".
Quellen: Herausgegeben von der Redaktion Aktualisiert am: 01/04/2010
Projekt verwirklicht in Zusammenarbeit mit InnovaPuglia.