Die Erstellung des Palazzo Ducale fand über einen längeren Zeitraum statt, vom XVII bis zum XX Jahrhundert. Das Gebäude das Piazza Roma – einst Piazza Castello genannt – beherrscht, entstand im Jahre 1668 unter Wunsch des Petracone V Caracciolo, wie eine Inschrift auf dem Architrav des Portals erinnert. Die Caracciolo-Herzöge erwählten zu ihrer Residenz jenen Ort auf dem einst das Schloss vom Prinzen von Tarent, Raimondello del Balzo Orsini, im Jahre 1388 errichtet worden war. Dieser Palast betonte nicht nur die führende politische, wirtschaftliche und künstlerische Rolle der Caracciolo-Familie, sondern bestätigte deren Lehenherrenmacht auf das gesamte Herzogtum: das imposante Projekte sah mehr als 300 Zimmer, unter anderem Kapellen, Ställe, Hof, Schneekeller und Theater, vor. Das Schloss wurde jedoch auf Grund der extrem hohen Kosten nie beendet und wurde nur teilweise im Jahre 1773 fertig gestellt als Herzog Francesco III einen Großteil des Ostflügels errichten ließ. Im darauf folgenden Jahrhundert wurden zusätzliche Veränderungen durchgeführt bis zu einer Sanierung des gesamten Baus von Seiten der Gemeindeverwaltung die das Schloss inzwischen erstanden hatte. Heute ist der Palast Sitz der Gemeindeverwaltung und als Erinnerung der Macht der Caracciolo in der Stadt von Martina bleibt die wohlerhaltene Inschrift auf dem Eingangstor die an den Auftraggeber des Gebäudes erinnert, Petracone V Caracciolo, achter Herzog der Stadt, A.D. 1668.
Architektur:
Von der dreieckig ausgelegten Piazza Roma aus kann man die elegante und spektakuläre Palastfassade bewundern. Die horizontale Linienführung ist durch den langen Balkon mit seinem fein verarbeiteten, aus Eisen geschmiedeten Geländer, und dem Zwischengeschoss das durch kleine, viereckige Fenster verziert und deren strenge Geradlinigkeit durch senkrecht verlaufende Lisenen unterbrochen wird, betont. Der Rundbogen des Eingangstores stützt sich auf zwei Halbsäulen deren Gebälk mit Flachreliefs, Unheil abwehrenden Fratzen und einer Inschrift verziert ist die besagt das dieses Gebäude von Petracone V errichtet wurde.
Informationen zur Geschichte:
Die Bauarbeiten für den ersten Teil des Herzogpalais betrugen 60.000 Dukaten. Dem Entwurf nach sollten 300 Zimmer, Kapellen, Ställe, Hof, Theater und Gästehaus entstehen. Der Palast wurde aber wegen der zu hohen Kosten nie beendet. Im Jahre 1773 beendete Herzog Franz III den Östlichen Flügel. Im Jahre 1913 wurde das Gebäude verkauft und die neuen Besitzer führten grundlegende Veränderungen durch. Trotzdem hat das Gebäude den jetzigen Zustand im Jahre 1929 erlangt, als radikale Renovierungs- und Vervollständigungsarbeiten durchgeführt wurden um die Funktionalität des neuen Gemeindesitzes zu gewährleisten.
Besonders sehenswert:
Von der Ehrentreppe aus gelangt man zu einem barocken Portal und zur Wohnung des Herzogs. Ein besonderer Hinweis gilt den Temperabildern von Domenico Carella, aus Francavilla Fontana stammend, die im Auftrag von Franz III im Jahre 1776 erstellt wurden. Die in Temperatechnik verzierten Säle heißen „dell’Arcadia“, „del Mito“ und „della Bibbia“. Besonders kostbar sind auch die aus dem achtzehnten Jahrhundert stammenden Türen mit einem besonderen Profil. Auch die Herzogkapelle verdient eine Sondererwähnung. Obwohl die ursprünglichen Einrichtungsgegenstände nicht mehr vorhanden sind, kann der Besucher die kostbare Temperabilder bewundern, sowie den imposanten Altar aus verschiedenfarbigen Marmor und dem Mantel auf dem die Wappenwaffen der Caracciolo und der Pignatelli von ihrer Macht zeugen.
Quellen: Herausgegeben von der Redaktion Aktualisiert am: 21/07/2009
Projekt verwirklicht in Zusammenarbeit mit InnovaPuglia.