Die Gemeinde Castrignano dei Greci im Bezirk Lecce ist eine der neun Gemeinden der Grecìa Salentina. Ihr sehr alter Ursprung ist legendär: Der Name scheint von „castrum“ (Lager) oder vom griechischen „kastron“ (Burg) zu stammen. In dieser Gemeinde wurde der griechisch-katholische Ritus bis 1614, als man nach dem Tod von Don Menelao Pensa auf den lateinischen Ritus überging, praktiziert. In jedem Fall wurde die Pfarre von Castrignano auch nach diesem Datum von griechischen Priestern verwaltet. Zahlreich sind die byzantinischen Kirchen, die auf dem Gebiet der Gemeinde verteilt waren und dann zerstört wurden: Santa Maria dei Martiri, S. Stefano, S. Maria delle Puzzelle und S. Anastasia. Im Mittelalter wurde Castrignano Pietro Indrimi geschenkt und ging danach auf die Familien Prato, Maresgallo und Gualtieri über. In der jüngsten Vergangenheit der Gemeinde entstand ein Projekt zur Wahrung, zum Schutz und zur Aufwertung der griechischsprachigen Kultur in Süditalien. Die Lingua Grika (hier gesprochener griechischer Dialekt), die einst in dieser Zone besonders stark verbreitet war, ist langsam verloren gegangen, insbesondere durch das Phänomen der Einwanderung, von dem der Ort in der zweiten Nachkriegszeit betroffen war. Das Fehlen eines schriftlichen Archivs und die Verarmung der Volksbräuche haben zur Entstehung von Bewegungen zum Schutz der Kultur und der Tradizioni Grike (griechisch-apulischen Bräuche) geführt, die immer mehr Gemeinden in diesem Gebiet Apuliens einbeziehen.
Quellen: Herausgegeben von der Redaktion Aktualisiert am: 08/09/2010
Projekt verwirklicht in Zusammenarbeit mit InnovaPuglia.