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Specchia

Specchia (Retecamere)

Im Herzen des Salento in der Nähe von Tricase, ungefähr 60 km von Lecce entfernt, liegt Specchia, das zu den schönsten Ortschaften Italiens gezählt wird.
Sein Name stammt vom Ausdruck „specchie“: Es handelt sich um trocken verbundene Steinansammlungen, die vor allem zu Verteidigungszwecken verwendet wurden. Im Mittelalter wurde es Specla de Amygdalis genannt, was dann bis in das letzte Jahrhundert wegen der großen Zahl an Mandelbäumen, die auch auf dem Stadtwappen wiedergegeben werden, in Specchia Mendolia umgewandelt wurde.
Der Ursprung von Specchia wird im IX. Jh. angenommen, als einige Bauern und Hirten zum Schutz vor den Überfällen der Sarazenen diesen Hügel wählten, der dank der Grotten und der Karstlandschaft strategisch für eine einfache Verteidigung ist. Um die Verteidigungsstrukturen zu verbessern, wurde mit dem Bau der Stadtmauern mit Türmen und militärischen Festungen begonnen, deren Reste bis 1931 noch gut sichtbar waren. Auch, wenn sie von den anliegenden Gebäuden einverleibt wurden, stehen heute noch zwei Türme mit rechteckigem Grundriss, die im XV. Jh. errichtet wurden.
Die ersten Urkunden, die die Existenz des Stadtkerns bezeugen, entstanden nach dem Jahr 1000 unter den Normannen, als Tancredi es an das Gebiet von Lecce anschloss und 1191 der Familie Monteroni als Lehen übergab. Ramondello Orsini Del Balzo erstand es 1319 und band so bis 1463 sein Schicksal an das Fürstentum von Taranto. Von diesem Moment an wurde es Domanialbesitz, danach Eigentum von Ferdinando d’Aragona, der es an die Familie Guarini übergab. Verschiedene Feudalherren wechselten sich bis 1806 ab, aber die am stärksten in der Erinnerung verankerte und geschätzteste Familie war die von Nicolò Ripa, dem Notar von Federico II.

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Sehr schön, wenn auch sichtlich beschädigt, ist die Burg Protonobilissimo Risolo aus dem XVI. Jh. Sie wurde an die Familien der einzelnen Feudalherren weitergegeben und war zwischen 1500 und 1600 Wohnsitz der Familie Protonobilissimo, Markgrafen von Specchia; heute ist sie in Besitz der Familie Risolo.
Besonders interessant ist die Pfarrkirche aus dem Jahr 1605, deren Fassade und ein Teil des Inneren im Lauf des XVIII. Jh. rekonstruiert wurden.
Aus dem XVI. Jh. stammen die Kirche und der Konvent der schwarzen Franziskaner aus dem Orden der Kapuziner, die von bedeutendem geschichtlichem Interesse sind, auch wenn nur mehr wenige Originalteile erhalten sind. Da die Familie Protonobilissimo zur Errichtung beigetragen hat, ist es nicht verwunderlich, dass sich am ersten Altar rechts aus dem XVII. Jh. ein Wappen der Familie befindet. Das wertvollste und geschichtlich und künstlerisch interessanteste Gebäude ist die Krypta der Madonna del Passo, die die heutige Form im Lauf des XVI. Jh. annahm. Unter den attraktivsten und interessantesten Veranstaltungen wird auf die Fiera della Candelora, die am 2. Februar abgehalten wird, auf die Fiera della Madonna del Passo am 8. September, auf die Festa und den Markt zu Ehren des Hl. Nikolaus am zweiten Maisonntag, auf die Fiera di San Francesco Saverio am 3. Dezember, weiters auf die Ausstellung von Künstlern, die vom 1. bis 15. August in der Altstadt abgehalten wird und schließlich auf die Sagra della „Pittula“ am 24. Dezember, während der große Feuer angezündet werden, hingewiesen. Dieser wunderschöne Ort, der Teil der Straße des Öls „Jonica - Antica Terra d'Otranto“ ist, ist auch für ein schmackhaftes typisches Gericht bekannt: die „Ciceri e tria“ (Kichererbsen und hausgemachte Nudeln).

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Anz. Einwohner: 4937
Provinz: Lecce
Stadtheilige: San Nicola di Mira (II° Domenica di Maggio)
Vorwahl: 0833
Webseite der Gemeinde: www.comune.specchia.le.it

Quellen: Herausgegeben von der Redaktion
Aktualisiert am: 17/11/2010